Wie ein Schornstein funktioniert

Oftmals wird ein Schornstein auch als Schlot bezeichnet. Unter einem Schornstein ist eine Konstruktion zu verstehen, die in der Regel in senkrechter Weise auf oder auch neben einem Gebäude oder auch einer Anlage errichtet wurde. Zu finden ist diese ebenfalls auf Schiffen oder Dampflokomotiven. Ihr Zweck ist es, Rauchgase ins Freie zu befördern. Bei sogenannten Aufwindkraftwerken wird die entstandene Warmluft durch den Schornstein in die Umwelt befördert. Im österreichischen und süddeutschen Raum lassen sich zudem für den Schornstein die Bezeichnungen Rauchfang und Kamin finden. Die ostmittelhochdeutsche Bezeichnung lautet Esse, während die Schweizer Chämi nutzen.

Die Grundlagen der Funktion eines Schornsteins

Grundsätzlich basiert die Grundfunktion des Schornsteins auf dem bekannten Kamineffekt. Hierbei wird ein Auftrieb erzeugt, verglichen mit der leichteren Gassäule zu der umgebenden Luft. Aus diesem Grund sollte die gesamte Konstruktion des Schornsteins optimal auf die zu befördernde Gasmenge und deren Temperatur ausgerichtet und abgestimmt sein. Hierbei wird besonders auf die Höhe und die Weite der Konstruktion geachtet.

Die Strömung, die durch das Gas entsteht, erzeugt einen niedrigeren Luftdruck im Kamin. Dieser Vorgang wird als Bernoullischer Effekt bezeichnet. Hierdurch wird verhindert, dass aus den betriebenen Feuerstätten Rauchgase in den Wohnraum eindringen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass bei der Errichtung eines Kamins und eines Schonsteins bereits darauf geachtet wird, dass diese so ausgerichtet sind, dass der Wind keine Möglichkeit hat, in den Kamin zu drücken. Somit sollte er in einem Windstrom liegen, der frei ist. Es muss eine sogenannte Rauchgasklappe eingebaut, bzw. installiert, werden oder aber auf eine andere Weise die Luftzufuhr von einem luftdichten Ofen abgesperrt werden, damit verhindert wird, dass dem Ofen, und auch den Räumen, in denen sich der Ofen befindet, auch dann keine Luft entnommen, bzw. entzogen, wird, wenn der Ofen nicht befeuert wird.

Mit Lüftungen und Ventilatoren den Abgasen entgegentreten

Einige Lüftungen in Badezimmern und auch Dunstabzugshauben, die in der Küche installiert worden sind, werden mit modernen Ventilatoren betrieben. Diese weisen oftmals eine weitaus höhere Auftriebskraft auf als ein herkömmlicher Schornstein. Hierdurch sind sie grundsätzlich in der Lage, die entstandenen Abgase zurück durch den betriebenen Ofen in die Räume zu ziehen. Hierdurch würde eine Kohlenstoffmonoxidintoxikation ausgelöst werden. Aus diesem Grund dürfen in Wohnungen und Wohneinheiten mit einer Ventilatorlüftung Kamine oder Öfen nur dann betrieben werden, wenn sie mit einem passenden und geeigneten Zuluftschacht ausgestattet sind. Dieser muss in den Zeiten, in denen der Kamin oder Ofen nicht betrieben wird, unbedingt verschließbar sein. Hierdurch wird der Abzug von der Warmluft vermindert.

Das Kondensat im Schornstein verhindern

Ein weiteres Problem tritt bei den modernen Warmwasserheizungen auf, die in Wohnhäusern genutzt werden, wenn sie mit Brennwerttechnik und Niedrigtemperaturtechnik ausgestattet sind. Sie können in der Regel keine Abgastemperaturen in ausreichender Höhe erzeugen für den Betrieb eines Schornsteins. Hierdurch können sie keinen Beitrag leisten, um Kondensat zu vermeiden. Innerhalb des Schornsteins erreichen die Abgase den sogenannten Taupunkt. Sie kondensieren daraufhin an den Wänden des Schornsteins. Um die Versottung zu umgehen, werden die Wände des Schornsteins aus einem Material, das widerstandsfähig ist, konstruiert. Hierbei handelt es sich in der Regel um Keramik oder auch Edelstahl. Die Wände des Schornsteins sind somit wasserdicht zu erstellen.

Zudem kann es vorkommen, dass die Temperatur der Abgase sich in einem derart niedrigen Bereich bewegen, dass es nicht möglich ist, dass ein Auftrieb entsteht, der seiner Aufgabe gerecht wird. Aus diesem Grund sollte dann ein Lüfter genutzt, bzw. eingesetzt werden können, der die entstandenen Abgase mittels Unter- oder auch Überdruck entsprechend befördert. Dieser Vorgang hat entscheidende Auswirkungen auf die Gestaltung und auch die Ausführung der Abgasleitung und des sogenannten Feuerraumes hat.

Schornsteine unterliegen vielen Vorschriften

Wichtig zu beachten ist zudem, dass der Schornstein an sich und auch die Abgasleitung zwingend einer baurechtlichen Abnahmepflicht bedürfen. Zu begründen ist dies in dem Sicherheitsaspekt, der in der Errichtung des Wohnraumes und auch bei der Planung, der Errichtung und dem Betrieb einer Feuerstätte einzuhalten ist. Diese Abnahme, und auch die regelmäßige Überprüfung hinsichtlich Funktionalität und Sicherheit, werden durch den Schornsteinfeger in Deutschland vorgenommen.