Vorkommen von Speckstein

Obwohl es Specksteinvorkommen fast auf der ganzen Welt gibt, wird Speckstein für den Ofenbau heute vor allem in Ostfinnland, auch in den USA und in Russland abgebaut.
Der Speckstein, der heute in Finnland abgebaut wird, ist über viele Jahrmillionen hinweg entstanden, so dass es heute in Finnland viele verschiedene Vorkommen von Speckstein gibt. In Finnland wird deshalb auch der Speckstein abgebaut, den man für den Bau von Specksteinöfen verwendet. Im Moment ist davon auszugehen, dass diese Vorkommen noch etwa 60 Jahre lang reichen werden. Doch Specksteinvorkommen finden sich nicht nur in Finnland. Auch im russischen Uralgebirge, in Kanada und in den USA wird Speckstein abgebaut. Der Speckstein aus diesen Abbaugebieten wird in die ganze Welt exportiert.

Speckstein besteht aus unterschiedlichen Mineralien

Der Begriff Speckstein umfasst eine Gruppe von Natursteinen, die je nach ihrer geographischen Herkunft sehr verschiedenartig in ihrer Zusammensetzung sein können. Gemeinsam ist allen Arten von Speckstein, dass die Hauptbestandteile zumeist Talk, Chlorit, Magnesit und Serpentin sind. Die größten modernen Vorkommen von Speckstein lagern in Brasilien. Doch auch in Indien, in der Schweiz und in Norditalien wird der Naturstein abgebaut. Speckstein ist als Material für Gebrauchsgegenstände schon so alt wie die Menschheitsgeschichte. In den Steinbrüchen in Norwegen bauten ihn schon die Wikinger ab, um damit auf den internationalen Fernhandelsrouten zu handeln. Die Wikinger fertigten unter anderem Töpfe, Schmuck und Spielsteine aus Speckstein an. Da Speckstein ein hitzebeständiges Material ist, war Kochgeschirr aus Speckstein in ganz Nordeuropa ein Verkaufsschlager. Specksteinpfannen wurden in der Schweiz noch bis ins 20. Jahrhundert hinein auf dem Kohleherd zum langsamen Garen verwendet. In asiatischen oder afrikanischen Ländern bieten heute noch viele Händler Kunsthandwerk aus Speckstein an. Dabei handelt es sich zumeist um kleine Figuren oder Dosen.

Speckstein als Baustoff

Speckstein wird schon seit Jahrhunderten wegen seiner Widerstandsfähigkeit als Baumaterial eingesetzt. In Norwegen, genauer gesagt in Trondheim, steht die älteste Specksteinkirche der Welt. Obwohl die Wände, Portale und Skulpturen schon seit dem 12. Jahrhundert dem rauen Seeklima ausgesetzt sind, konnten die Witterungsbedingungen der Kirche nichts anhaben. Auch die Independent Hall in Philadelphia wurde aus Speckstein erbaut. Das industrielle Klima, der Smog und sogar der saure Regen konnten dem Gebäude nichts anheben. Die Independent Hall ist nach wie vor in einem einwandfreien Zustand.

Speckstein ist in den letzten Jahren allerdings ein bisschen in Verruf gekommen, weil man in einigen Specksteinsorten Asbest gefunden hatte. Je nach den geologischen Verhältnissen der Lagerstätte kann zu den Mineralen, die im Speckstein enthalten sein können, auch Asbest gehören. Vor allen Dingen Eltern machten sich Sorgen, weil in vielen Schulen die Bearbeitung von Speckstein zum Werkunterricht dazu gehört. Zur Beruhigung kann man sagen, dass die Asbestminerale im Speckstein nicht in der gefährlichen fasrigen Ausführung vorliegen. Trotzdem sollte man sich bei der Bearbeitung von Speckstein an die Vorschriften der Gefahrenordnung halten. Hersteller, die Speckstein verwenden, müssen gesondert darauf hinweisen, dass der Speckstein auf den Asbestgehalt geprüft wurde.