Von den Alpen nach Budapest – der Kachelofen erobert die mittelalterlichen Stuben

Funde beweisen, dass der Kachelofen schon im 14. Jahrhundert gab, wobei solche Aussagen nicht zu hundertprozentig bestätigt werden können. Aber zweifelsfrei gab es seit dem einige Weiterentwicklungen. Am weitesten war der Kachelofen in den nördlichen Ostalpen und im Bodenseeraum sowie entlang der Donau verbreitet und wurde als Wärmequelle genutzt. Allerdings verbreitete er sich in der Folgezeit auch über Budapest noch weiter in Richtung Osten. Das wesentliche Ausbreitungsgebiet reichte somit über den südlichen Teil der deutschsprachigen Schweiz und Südtirol. Zudem erstreckte sich dies westlich bis zum Schloss Versailles und nordöstlich bis zum Kreml in Moskau und auch Sankt Petersburg. Zudem konnte das Gebiet der Ausbreitung südöstlich bis hin nach Bosnien und auch in Rumänien, zum Beispiel in den Karpaten und Siebenbürgen abgesteckt werden.

Die historischen Funde hinsichtlich der Kachelöfen lassen den Rückschluss zu, dass dieser zunächst zu den Privilegien der Adeligen und Patriziern gehört hat. Zudem ist er seit seinem Auftauen in der Geschichte immer mit der sprichwörtlichen “Guten Stube” verbunden. In dieser konnten die Menschen sich nach getaner Arbeit in einer gemütlichen Atmosphäre gemeinsam mit ihren Familienangehörigen aufwärmen und ausruhen. Zudem spielt sie auch in Märchen eine Rolle, wenn Menschen anderem Obdach gewährt haben. Allerdings gilt, je ärmer die Menschen gewesen sind, desto einfacher waren die Kacheln hinsichtlich Gestaltung, Fertigung und Design und desto weniger waren sie vorhanden. Bekannt ist auch der Kachelofen, der sich zwischen zwei Räumen in der Burg Meersburg befindet.