Schornstein-Typen – eine Übersicht

In Europa gibt es verschiedene Arten von Hausschornsteinen, die üblich sind. Hierbei handelt es sich um die dreischaltigen Schornsteine, die aus dem Mantelstein, einer Dämmung und einem Innenrohr bestehen, den zweischaltigen Schornsteinen, die aus einem Schacht und einem Innenrohr bestehen. Zudem gibt es doppelwandige Schornsteine, die aus Edelstahl bestehen und ebenfalls dreischaltig sind, sowie einschaltige Schornsteine. Diese bestehen grundsätzlich aus nur einem Schacht, der mineralische Eigenschaften aufweist.

Der dreischaltige Schornstein hat sich bewährt

In den meisten Fällen wird der dreischaltige Typ eines Schornsteins genutzt. Seit mehr als 35 Jahren kommt dieser zum Einsatz. Zu erklären ist dies wohl in seinen Eigenschaften. Für ihn spricht, dass er unempfindlich gegen Feuchtigkeit und wärmedämmend ist. Zudem ist auch der Aufbau und die Installation nicht besonders schwierig. Die Dämmung ermöglicht es, die Wärme der Abgase aufrechtzuerhalten und den Unterdruck zu vergrößern. Die zweischaltigen Schornsteine kommen mehr und mehr als sogenannte Abgasleitungen zum Einsatz und auch in den Bereichen, in denen mit einem Überdruck vorhandene Abgase aus einem Haus herausgeleitet werden sollten.

Raumluftunabhängige Heizgeräte sind optimal für zweischaltige Schornsteine

Interessant ist zudem, dass an einen zweischaltigen Schornstein oftmals Heizgeräte angeschlossen werden, die raumluftunabhängig arbeiten. Hierbei wird der Zwischenraum für einen Zuluftschacht genutzt, der sich zwischen dem Schacht und dem Innenrohr befindet. Eine weitere Bezeichnung für solche Schornsteine ist LAS-Schornstein.

Seit nicht sehr langer Zeit sind in dem Bereich der Kamine und Öfen auch solche Geräte im Handel zu erwerben, die raumluftunabhängig arbeiten. Als Begründung kann hier wohl die Energiesparverordnung, kurz EnEV, angegeben werden. Solche Geräte werden an einen LAS-Schornstein der dreischaltigen Sorte angeschlossen. In diesem Fall bezieht sich das Gerät die benötigte Verbrennungsluft von außen. Dies wird ihm durch einen Zuluftschacht in dem Schornstein ermöglicht. Herkömmliche Öfen und Kamine entnehmen die benötigte Verbrennungsluft dem Raum, in dem sie aufgestellt wurden. Diese andere Art, die Verbrennungsluft zu beziehen, ermöglicht es den Hausbesitzern, eine luftdichte Gebäudehülle zu errichten und dennoch einen Kamin zu nutzen. Somit können sie den Vorgaben der EnEV dennoch gänzlich entsprechen.

Russische Schornsteine auch in Deutschland verbreitet

Die sogenannte Russische Röhre ist eine Bauart von einem Schornstein, die sehr an das russische Bild eines Hauses mit Schornstein erinnert. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist die Bauform in Deutschland durchaus sehr üblich. Durch den schmalen Querschnitt und den hieraus resultierenden kräftigen Luftzug zeichnet sich diese Schornsteinart sehr positiv aus. Die hohe Zugkraft hat den Menschen den Anschluss von Öfen ermöglicht, die sich weiter weg befunden haben und auch das Anschließen von besonders langen Rohren für die Öfen. Nachteilig hat sich hierbei allerdings der Anstieg von Gefahren ausgewirkt. Hierbei ist das Risiko eines Funkenfluges über dem Dach enorm angestiegen. Aus diesem Grund kam diese Bauform wohl erst dann rege zum Einsatz, als die Dächer in der Regel mit harten Materialien, wie zum Beispiel Dachziegel und Dachpfannen, abgedeckt wurden.

In Deutschland wurden die älteren Schornsteine mit einem weitaus umfangreicheren Querschnitt erbaut. Diese sind vom Schornsteinfeger sogar besteigbar. Allerdings ist bei diesen Schornsteinen auch der Zug nicht sehr stark. Vorteilhaft ist hieran die Tatsache, dass die aufkommenden Funken bereits von selbst erloschen sind, bis sie das Dach erreicht haben und darüber gekommen sind. Somit waren sie zu Zeiten der Dachabdeckung mit weichen Materialien, wie zum Beispiel Reet und Stroh, ungefährlich und haben keine Brände ausgelöst.

Bei einer Dampflokomotive erscheint der vorhandene Schornstein in einer leichten kegeligen Form. Gefertigt wurde dieser aus Gusseisen. Er wird mit einem sogenannten Flansch angeschlossen und stützt sich dabei auf den sogenannten Rauchkammermantel der Lok. Zudem ragt eines seiner Enden sehr tief in die Dampflok, genauer gesagt in die Rauchkammer, hinein. Am unteren Ende wurde der Schornstein mit einem Kragen ausgestattet. Dieser hat die Aufgabe, das Absaugen von den entstandenen Rauchgasen zu fördern.

Der Teil eines Schornsteins, der sich oberhalb einer Dachfläche befindet, wird als Schornsteinkopf bezeichnet.