Porträt: Deutsche Keramische Gesellschaft e.V.

Mit dem Werkstoff Keramik beschäftigen sich nicht nur Hobbytöpfer und Kunstgewerbe sowie die Wirtschaft in verschiedenen Ausprägungen, sondern auch unterschiedliche Institutionen. Dazu zählen sowohl Institutionen aus der Wissenschaft wie auch verschiedene Museen, die die Keramik aus unterschiedlichen Blickpunkten beleuchten. Daneben sind auch zahlreiche Institute der Wirtschaft mit der Erforschung und Verbesserung der Keramikstoffe beschäftigt. Diese privatwirtschaftlichen Institute sind jedoch nicht Gegenstand des folgenden Kapitels. Vielmehr spielen hier die Betrachtung verschiedener mit der Keramik beschäftigter Museen sowie Informationen zur Deutschen Keramischen Gesellschaft e.V. (DKG) eine Rolle.

Deutsche Keramische Gesellschaft e.V. – Vermittler für Industrie und Forschung

Die Deutsche Keramische Gesellschaft e.V. hat ihren Sitz in der nordrhein-westfälischen Großstadt Köln. Von hier aus vertritt sie die Aufgabe, eine Plattform für den Austausch der keramischen Industrie einerseits und der wissenschaftlichen Forschung andererseits zu bilden. Dabei werden sämtliche Einsatzgebiete der Keramik berücksichtigt. Im Vordergrund stehen Fragestellungen aus dem wissenschaftlich-technischen Bereich. Diese betreffen unter anderem Themen wie Aus- und Fortbildung, den Umweltschutz sowie Forschung und Lehre. Ihren Aufgabenbereich sieht die Deutsche Keramische Gesellschaft e.V. in vier Kernbereiche untergliedert. Dabei steht die Bearbeitung noch ungelöster Probleme aus dem wissenschaftlich-technischen Bereich rund um die Keramik im Vordergrund. Hierbei wird weniger eine allgemeingültige Lösungsfindung angestrebt, als eine solche, deren Ergebnis auch wirtschaftlich sinnvoll und anwendbar ist. Dabei steht vor allem die Anwendbarkeit für kleine und mittlere Unternehmen im Vordergrund, deren Schwierigkeiten durch die Deutsche Keramische Gesellschaft besonders beleuchtet werden. Immer wieder wird daher betont, dass eine praktische Anwendung der gesuchten Lösungen möglich sein muss. Unterstützt wird die Forschungsgemeinschaft der Deutschen Keramischen Gesellschaft durch öffentliche Mittel aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft.

Diese fließen der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen e.V. (AIF) zu, deren Mitglied die Forschungsgemeinschaft der Deutschen Keramischen Gesellschaft ist. Im Jahr 2009 verfügte die GDK somit über einen Etat aus diesem Haushalt in Höhe von 461.110 Euro. Im Jahr 2010 waren es 770.000 Euro. Eine beachtliche Steigerung, wenn man bedenkt, dass der Gesamtetat der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungseinrichtungen e.V. zwischen 2009 und 2010 nur von 126 Millionen Euro auf 127,2 Millionen Euro gestiegen ist. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, wie wichtig die Forschung und Entwicklung im Bereich der Keramik genommen wird. Schon heute zeigt sich, dass der bereits so lange bekannte Werkstoff auch ganz aktuell in technischen Gebieten zum Einsatz kommt, wobei der Kaminbau hier ein nur kleiner Teilbereich ist.

Neben der Deutschen Keramischen Gesellschaft e.V. beschäftigen sich auch unterschiedliche Museen mit dem keramischen Material. Hier sollen nur einige entsprechende Institute aus Deutschland vorgestellt werden. Weltweit gibt es weitaus mehr Museen, die sich mit der Geschichte, den Einsatzmöglichkeiten und der Entwicklung der Keramik beschäftigen.

Im Museum die Kunst der Keramik entdecken

Nach eigenen Angaben bietet das Keramikmuseum Westerwald eine “Deutsche Sammlung für Historische und Zeitgenössische Keramik”. Es befindet sich im rheinland-pfälzischen Westerwaldkreis in Kleinstadt Hör-Grenzhausen. Die Lage des Museums ist nicht umsonst so gewählt, denn schließlich trägt Hör-Grenzhausen, dessen Stadtwappen drei Keramikkrüge zieren, auch den Beinamen Kannenbäckerstadt. Gelegen im Mittelpunkt des Kannenbäckerlandes ist Hör-Grenzhausen ein Zentrum der keramischen Industrie. Die Schule für Keramische Gestaltung hat hier ebenso ihren Sitz wie die Fachhochschule für Keramik.

Ein perfekter Standort am Puls der aktuellen Entwicklung, also für das Keramikmuseum Westerwald. Vier Ausstellungsebenen über 2.000 Quadratmeter zeigen seit dem Jahr 1982 die Ausstellung des Museums. Schwerpunktmäßig wird hier das salzglasierte Steinzeug aus der Umgebung von Hör-Grenzhausen präsentiert. Aber auch die Geschichte der Keramik, Öfen zum Brennen und technische Arbeitsgeräte werden hier vorgestellt. Keramiker, aber auch Glaskünstler, präsentieren in wechselnden Ausstellungen ihre Werke im Keramikmuseum Westerwald. Auch die Ausschreibung des Westerwaldpreises macht das Museum in Sachen für zeitgenössische keramische Kunst zu einer Institution. Vorträge, Vorlesungen und Konzerte sind jedoch auch andere künstlerische und nicht direkt mit der Keramik befasste Richtungen, denen das Keramikmuseum Westerwald eine Plattform bietet.

Deutsches Keramikmuseum bietet Einblick in die Welt der Keramik

Während das Keramikmuseum Westerwald seinen Schwerpunkt auf die Keramik der Region des Kannenbäckerlandes legt, beschäftigt sich das Hetjens-Museum mit der weltweiten Geschichte der Keramik. Aus einer über 8.000 Jahre langen Tradition sind hier Exponate zu finden, die auch regelmäßig als Leihgaben im Inland wie auch im Ausland zu finden sind. Das Hetjens-Museum, auch als Deutsches Keramikmuseum bekannt, befindet sich in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Gegründet wurde das traditionelle Institut bereits im Jahr 1909. Der Nachlass des im Jahr 1906 verstorbenen Sammlers, Laurenz Heinrich Hetjens, aus Düsseldorf bildete den Grundstock für die Sammlung des Museums.

Gleichzeitig stellt diese aber auch den Grund für die Bezeichnung Hetjen-Museum dar. Deutlich aufgestockt wurde die Sammlung, als im Jahr 1913 die keramischen Bestände der städtischen Kunstsammlungen in das Museum einzogen. Auch die Auflösung des Kunstgewerbemuseums im Jahr 1926 führte noch einmal zu einer Erhöhung des Bestandes. Weitere Zukäufe und Geschenke führten dazu, dass 1969 das Hetjen-Museum in das Palais Nesselrode verlegt wurde. Es herrschte schlichter Platzmangel am ursprünglichen Standort. Zum 85-jährigen Bestehen wurde 1994 ein neuer Gebäudeteil eröffnet, der auch dem Düsseldorfer Filmmuseum zur Verfügung steht. Damit verfügt das Hetjen-Museum über 8.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Neben den bereits genannten Museen sind auch die Stiftung Keramion in Frechen und das Porzellanikon zu nennen. Letzteres ist ein Zusammenschluss aus zwei Institutionen: dem Deutschen Porzellanmuseum aus Hohenberg an der Eger und der Porzellanwelt Selb. Zu letzterer gehören wiederum das Rosenthal Museum, das Europäische Museum für Technische Keramik sowie das Europäische Industriemuseum für Porzellan.