Offene Kamine – Tradition im Mantel der dekorativen Gemütlichkeit

Bei einem Kamin handelt es sich um eine Möglichkeit zum Heizen, die durch offenes Feuer im Wohnraum betrieben wird. Diese Vorrichtung steigert die Behaglichkeit des reinen Wohnens enorm. Das Wort Kamin entstammt dem Lateinischen Wort caminus und ist gleichbedeutend mit dem Wort Ofen aus dem Deutschen. In französischsprachigen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz wird dieser auch Cheminée genannt. In der Regel besteht der Kamin aus einem Raum, der von Mauerwerk oder auch Eisenplatten umschlossen ist und entweder vollständig in der Wand liegt oder auch teilweise aus dieser hervorragt. In diesem Raum wird auf einem Rost das Brennmaterial verbrannt. Die Gase aus diesem Vorgang, die sogenannten Verbrennungsgase, sowie Ruß und auch der Feinstaub entweichen direkt über den Schornstein.

Offene Kamine – wenig Heizleistung, aber hoher Gemütlichkeitsfaktor

Bis allerdings das Feuer in einen Ofen eingeschlossen wurde, loderte es in einer offenen Feuerstelle im Haus. So wurde zumindestens der eine Raum im Haus warm und Kochen konnte man ebenfalls über der Feuerstelle. Besonders an kalten Wintertagen verbrachte die komplette Familie die Tage und Nächte in der Nähe der offenen Feuerstelle.

In der heutigen Gesellschaft kommt ein offener Kamin kaum noch als Zusatzheizung in Frage. Seine tatsächliche Heizleistung liegt nämlich nur bei etwa 20 Prozent. Ein bisschen wenig, um wirklich Wärme entstehen zu lassen. Deshalb ist der offene Kamin besser vom dekorativen Aspekt zu betrachten. Hier sind die Möglichkeiten äußerst vielfältig. Ob an den Seiten geschmückt mit Säulen oder komplett schlicht und aus Marmor, für nahezu jeden Einrichtungsgeschmack lässt sich das richtige Modell finden.

Dekoratives Schmuckstück – der offene Kamin

Typische Arten von offenen Kaminen sind zum Beispiel der lombardische Kamin. Dieser hat einen weit hervorragenden und pyramidenförmigen Mantel. Er steht auf Konsolen oder anderen sogenannten Vorkragungen. Ein weiteres Beispiel ist der französische Kamin. Sie stehen ganz außerhalb der Mauer. Weiterhin sind die deutschen Kamine sehr bekannt, die noch weiter in den Raum hineinragen. Sie haben einen hohen Mantel. Zudem sind die holländischen Kamine dafür bekannt, dass sie ganz in der Mauer liegen. Die bekanntesten Beispiele für einen offenen Kamin sind der moderne offene Kamin und der offene Kamin aus dem Grand Théatre de Genève von 1879. Bekannt ist auch das kunstvolle Detail eines offenen Kamins, Carrara-Marmor, Bronze aus ca. 1800.

Allerdings ist die Heizwirkung beim offenen Kamin noch recht gering. Das liegt daran, dass die heißen Abgase sofort abgeführt wurden. Die große Zuluftöffnung hat dafür gesorgt, dass die wärmere Luft ebenfalls sofort abgezogen ist, da die Hitze von dem Feuer nur durch die direkte Wärmestrahlung der heißen Gase wirken kann. Der offene Kamin ist vor allem in wärmeren Gegenden sehr beliebt. Auch heute verzücken die meisten Menschen beim Anblick eines offenen Kamins, da sie mit dem Feuer eine gemütliche Atmosphäre verbinden. Dies könnte möglicherweise seinen Ursprung in der Geschichte der Menschheit haben und darauf zurückzuführen sein. Ist ein offener Kamin vorhanden, so haben viele Leute sofort einige Ideen, wie sie diesen zu einem individuellen und kunstvollen Schmuckstück in ihrem Haus gestalten können. Vielen ist auch der Kamin aus amerikanischen Filmen bekannt. Hier werden auf dem Kaminsims zum Beispiel Pokale und Familienfotos ausgestellt. Auf diesem zentralen Platz nimmt jeder Besucher sicherlich den Stolz der Hauseigentümer wahr.

Manche Kaminöfen sind noch in Bauernhäusern zu entdecken, verstecken sich aber leider oft hinter dicken Schichten Putz. Die sogenannten Takenöfen gab es nur in Luxemburg, Elsass, Eifel und Teilen des Hunsrücks. Sie sind eine Mischung aus offenem Kamin und geschlossenen Ofen. Viele von ihnen haben die Zeit allerdings nicht überlebt und wurden durch Modernisierungen entfernt oder sind in regionalen Museen zu finden.

Der Einbau eines offenen Kamins

Soll ein Kamin bzw. ein offener Kamin neu eingebaut werden, so werden in der Regel Kamine aus Eisen verwendet, die mit ein wenig Abstand zur Wand eingebaut werden. Die modernste Alternative stellt hier ein Kamin dar, der vor die Wand gestellt wird. Die Rohre werden mit dem Schornstein verbunden, damit auch die Abgase ordnungsgemäß entweichen können. An den vom Feuer erhitzten Außenwänden des offenen Kamins erwärmt sich die Raumluft. Diese steigt auf und strömt nach oben in den zu beheizenden Raum. Die kältere Luft von unten fließt vom Zimmerboden nach und somit entsteht ein Wärmekreislauf. Genannt wird dies Kamineffekt und Konvektion. Da dieser Wärmewirkungsgrad bei einem Kaminofen wesentlich höher ist als bei einem herkömmlichen offenen Kamin, ist diese Alternative meist beliebter. Der offene Kamin wird in der Regel in der heutigen Zeit eher zu dekorativen Zwecken genutzt.

Offene Kamine – Brandschutz nicht vergessen

Auch das Thema Brandschutz findet hier seine Berücksichtigung. Trotz der recht großen Öffnung in den Raum hinein, ist es doch eher unwahrscheinlich, dass schnell ein Brand entstehen kann. Vorgesorgt wurde mit einer Ableitung der heißen Abgase in den Schornstein. Dieser hat eine Öffnung, die direkt über dem Kamin beginnt, und einen großen Querschnitt. Hierdurch entsteht ein Sog, der Kamineffekt, der dafür sorgt, dass die Flammen gar nicht erst in den Raum gelangen können. Üblich ist allerdings, dass sich die Menschen lieber einmal mehr absichern, als einmal zu wenig. Aus diesem Grund wird der Boden um den Kamin, bzw. direkt davor, mit einem nicht brennbaren Bodenbelag ausgekleidet. Auf diese Weise können herausspringende Funken keinen Brand auslösen oder einen sonstigen Schaden anrichten. Weiterhin achten sie darauf, dass sich in der Nähe des (offenen) Kamins keine brennbaren Gegenstände befinden. Auch das Bärenfell, auf das sich viele Menschen gern vor den Kamin legen, sollte einen gewissen Sicherheitsabstand halten. Zudem sollte die Öffnung des Schornsteins grundsätzlich durch eine möglichst dichte Klappe verschließbar sein, damit gewährleistet ist, dass der Raum nicht unnötigerweise durch den Kamineffekt auskühlen kann.

Obwohl es sich hierbei um die Form eines Kamins handelt, die am weitesten verbreitet ist, sollte eine Anschaffung und auch der Betrieb eines Kamins gut durchdacht sein, da einige Dinge zu berücksichtigen und umzusetzen sind. Stellen diese kein Hindernis dar, so kann er allerdings sehr viel Freude und Behaglichkeit mit sich bringen.