Marmor – seine Merkmale und der Mineralbestand

Nicht jedes metamorphe Gestein wird als Marmor bezeichnet. Voraussetzung dafür ist nämlich, dass das Gestein mindestens 50 Prozent Volumen aus Calcit, Dolomit oder Aragonit besteht. Dabei ist der so genannte Dolomitmarmor sehr selten im Vorkommen. Doch der seltenste Marmor ist der, der sich aus Aragonit bildet. Die Kristallstruktur, die in der Regel mittel- bis großkristallin ist, ist eines der Hauptmerkmale von Marmor. Die einzelnen Kristalle kann man sogar oft schon mit dem bloßen Auge erkennen. Doch es gibt auch Marmore, die eine sehr feine Kristallstruktur haben. Diese finden vor allem in der Bildhauerei Verwendung. Durch seine Kristallstruktur ist der Porenraum von Marmor äußerst gering. Dieses Merkmal bedingt, dass viele Marmorsorten extrem beständig gegen Frost sind. Dieses Merkmal ist jedoch nicht bei allen Marmorsorten gegeben. Ein Merkmal, dass wiederum allen Marmorsorten gemein ist, ist das Fehlen von Fossilien. Das heißt, es gibt im Marmor keine Reste von Tierskeletten, die ja häufig die Grundlage von Kalksteinen bilden. Von der Optik her kann man Marmor auch daran erkennen, dass die Kristalle in der Spaltfläche je nach Lichteinfall mehr oder weniger stark glitzern.

Eigenschaften von Marmor verantwortlich für die einzigartige Maserung

In den Ursprungsgesteinen des Marmors sind sehr oft stoffliche Beimengungen enthalten, die zu dem typischen Dekor führen, das dem Marmor eigen ist. Man spricht hier von einer Marmorierung. Marmor gibt es in vielen verschiedenen Farben. Die Farbpalette reicht von gelb bis grün und von schwarzgestreift bis hin zu weißem Marmor. Ein rötlicher Marmor entsteht durch Hämatit, ein gelblicher Marmor durch Limonit und grünliche Marmore durch Chlorit. Es gibt sogar Marmore, die mehrere Farben aufweisen. Diese entstehen durch die Beimengung von unterschiedlichen Mineralien oder verschiedene Ausbildung der Kristalle. Es gibt allerdings keinen Marmor, der eine einheitliche schwarze Färbung aufweist.

Marmor – das weiße Gold

Am begehrtesten ist der weiße Marmor. Dieser Marmor wird zum Beispiel bei Carrara in Italien und in Österreich abgebaut. Ein echtes Marmorvorkommen findet sich auch in Deutschland. Der Wunsiedler Marmor aus dem Fichtelgebirge wird wirtschaftlich genutzt. Zwar wird im Erzgebirge auch Calcitmarmor und Dolomitmarmor abgebaut, doch diese Marmore werden hauptsächlich in der Industrie und nicht als Naturwerkstein benutzt. Eine wirtschaftliche Nutzung dieser Marmorvorkommen kommt deshalb nicht in Betracht, weil es am Abbauort eine große Anzahl an Spalten und Klüften gibt, so dass keine großen Blöcke gewonnen werden können. Als Material für Bildhauer hat es der Crottendorfer Marmor zu einigem Ansehen gebracht.

Dolomitmarmor aus Italien

Dolomitmarmor wird sehr oft in Österreich und auf der griechischen Insel Thassos gewonnen. Der so genannte Cipollino Marmor ist etwas ganz besonders. Das Hauptmerkmal dieser Marmorart sind band- und wellenförmig auftretende Strukturen. Diese Strukturen kommen hauptsächlich in Grüntönen vor. Dadurch entsteht ein Dekor, das so ähnlich wie eine Zwiebel geschichtet ist.

Die begehrten weißen Marmore zeichnen sich außerdem durch ihre Lichtdurchlässigkeit aus. Es gibt eine Marmorsorte aus Paros, durch die das Licht bis zu einer Steinstärke von circa 3,5 Zentimeter durch schimmert. Beim weißen Marmor aus Carrara schimmert da Licht immerhin noch bis zu einer Steinstärke von etwa 1,5 Zentimeter hindurch.