Keramische Massen – ein Überblick

Keramik ist nicht gleich Keramik, sondern wird in unterschiedliche keramische Massen eingeteilt, die wiederum in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommen.

Überblick über keramische Massen

Einen hervorragenden Überblick über die Einteilung der keramischen Massen gibt die im Jahr 2005 von Horst Machmer erstellte “Übersichtstafel keramischer Massen”. Horst Machmer ist ein, auf der Plattform Wikipedia tätiger, Autor, der die dort zu findenden Informationen über die Keramik maßgeblich überarbeitet und auch die oben genannte Übersichtstafel dort eingefügt hat. Zudem hat er mehrere Artikel für Wikipedia verfasst, darunter zum Beispiel auch “Brunzlauer Keramik”.

Die grundsätzliche Einteilung von keramischen Massen erfolgt nach der oben angesprochenen Grafik in drei Gliederungspunkte: Irdengut, Sinterzeug und Sondermassen.

Vom Irdengut zum Porzellan

Das Irdengut besitzt unter den keramischen Massen die umfangreichste Untergliederung, Innerhalb des Irdengutes befinden sich zwei keramische Massen, die der Grobkeramik zuzuordnen sind. Hier finden sich einmal die Baukeramik sowie die feuerfesten Massen. Als dritter Punkt gehört noch das sonstige Irdengut zu dieser Einteilung. Hier wiederum werden Steingut und Tonwaren unterschieden. Das Steingut umfasst das Kalk- oder Weichsteingut, das Feldspat- oder Hartsteingut sowie Misch-Steingut aus diesen beiden Kategorien. Bei den sogenannten Tonwaren finden wir noch eine Einteilung in glasiertes und unglasiertes Irdengut. Auch die glasierten Tonwaren können noch einmal unterschieden werden. Hierunter lassen sich Majolika, Fayence und sonstige Töpferware unterscheiden.

Auch beim zweiten Gliederungspunkt, dem sogenannten Sinterzeug, unterscheiden wir die keramischen Massen wiederum in zwei Kategorien. Zunächst einmal findet sich hier in dieser Kategorie das sogenannte Steinzeug. Auch hier erfolgt eine Einteilung in Grob- und Feinkeramik. Genauer gesagt bedeutet dies eine Unterteilung in nicht weiß brennendes Grobsteinzeug sowie in weiß brennendes oder hell brennendes Feinsteinzeug. Neben dem Steinzeug wird auch noch das Porzellan dem Sinterzeug zugerechnet. Auch hierbei handelt es sich um Feinkeramik.

Keramische Sondermaßen zur industriellen Herstellung

Schließlich gibt es noch einen dritten Zweig, die sogenannten keramischen Sondermassen. Hinter den keramischen Sondermassen verbirgt sich die sogenannte technische Keramik. Dabei handelt es sich um eine Keramik, die unter Verwendung von Metalloxiden und Karbiden hergestellt wird und im technischen Bereich für unterschiedlichste Zwecke zum Einsatz kommt. Dabei werden auch die keramischen Sondermassen noch einmal unterteilt.

Hier findet sich die sogenannte Mischkeramik. Es handelt sich dabei um Hochtemperatur Sondermassen. Zum Zweiten gehören auch die elektrotechnischen Sondermassen zu den keramischen Sondermassen. Diese kommen als Magnet-Werkstoffe und Halbleiterwiderstände, bei elektroakustischen Wandlern oder für Isolatoren und weitere Bereiche zum Einsatz. Bei den Hochtemperatur-Sondermassen bezieht sich die Einteilung auf eine Oxidkeramik, die sich durch die Beigabe von geringen Mengen unterschiedlicher Metalle auszeichnet. Dieses hochfeuerfeste Material kommt ebenfalls in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Der jeweilige Einsatzzweck wird dabei unter anderem auch durch das jeweils beigemischte Metall bestimmt. Ein Anwendungsbeispiel für Oxidkeramik sind Schneidstoffe.

Die geschilderte Einteilung der keramischen Massen erlaubt einen guten Überblick, sollte jedoch nicht abschließend und vor allem nicht überschneidungslos betrachtet werden. So ist es beispielsweise oftmals nicht möglich, Keramik aus dem Bereich der glasierten Tonwaren eindeutig als Majolika oder Fayence zu identifizieren. Der Grund liegt darin, dass in der Vergangenheit beide Begriffe mitunter parallel verwendet wurden, was eine genauere oder eindeutige Einteilung unmöglich mach