Keramikglasuren – aufwendige Herstellung mit ansehnlichem

Die Glasur der Keramik ist eine Möglichkeit, das ungebrannte Material zu veredeln. Dieser Vorgang wird auf unterschiedliche Weise durchgeführt. Zunächst einmal wird die Oberfläche des Keramikproduktes durch die Glasur glatt und somit leichter zu reinigen. Dazu kommt noch, dass so ein Tongefäß auch quasi wasserdicht gemacht werden kann. Der nächste Veredelungsaspekt, der durch die Glasur entsteht, ist die Möglichkeit der Bemalung und Verzierung von Keramikartikeln.

Bestandteile von Keramikglasur

Die Glasur ist ein Glasüberzug dessen Hauptbestandteil Siliciumdioxid (SiO2) ist. Dieser Stoff ist für die Glasbildung verantwortlich. Dieser Stoff wird auch für die Produktion von Fensterglas oder auch Glasflaschen verwendet. Bei der Glasur der Keramik kommen jedoch noch andere Stoffe hinzu. Die Art der Glasur wird oft anhand dieser weiteren Stoffe unterschieden. So gibt es bleihaltige oder Salzglasuren, Feldspat- oder Borosilikatglasuren und weitere Möglichkeiten.

Auch in Bezug auf den Schmelzpunkt unterscheidet man die Glasuren der Keramik voneinander. So gibt es solche, die als niedrig schmelzend bezeichnet werden und als eher weich anzusehen sind. Diese haben einen Schmelzpunkt von bis zu 1.000 °C. Liegt der Schmelzpunkt einer Glasur bei über 1.000 °C, so spricht man in diesem Fall von einer hochschmelzenden, beziehungsweise harten, Glasur.

Die Keramikglasur für eine wasserdichte Oberfläche

In Bezug auf das Brennen wird bei der Glasur häufig auch noch die Anzahl der Brennvorgänge berücksichtigt. In aller Regel erfolgt zuerst ein sogenannter Schrühbrand, bei dem noch keine Glasur aufgebracht wird. Diese wird erst nach diesem ersten Brennprozess auf das Keramikgut aufgebracht. Dazu stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. So kann man die Glasur beispielsweise aufstempeln, aufpinseln, aufspritzen oder den Keramikgegenstand in die Glasur tauchen. Bei der Salzglasur gibt man allerdings das Salz direkt ins Feuer. Dabei entsteht Natriumoxid, welches sich auf dem Keramikstück absetzt und so oberflächlich die Schmelztemperatur senkt, wodurch die Glasur gebildet wird. Ansonsten erfolgt nach dem Schrühbrand und dem Auftragen der Glasur der sogenannte Glattbrand bei einer höheren Temperatur. Dieser sorgt auch dafür, dass der Keramikscherben verdichtet wird. Der Vorgang ist auch unter der Fachbezeichnung Sintern bekannt. Vor allem bei der Aufglasurmalerei wird noch häufig ein dritter Brand verwendet, ebenso wie bei der Anwendung des Siebdruckes. Dabei liegt die Temperatur unter der Temperatur der Sinterung oder sogar unter der des Schrühbrandes.

In Bezug auf die Farbe der Glasur spielt auch der Brennvorgang eine Rolle. Je höher die Temperatur, desto eingeschränkter die Farbauswahl. Je niedriger jedoch die Temperatur, desto weniger beständig und farbecht ist die Glasur. Es muss daher der Sinn und Zweck dieser Veredelung genau abgewogen werden. Weiße Farbe entsteht durch die Zumischung von Zirkoniumoxid oder Zinnoxid. Man spricht dabei von Dispersion. Metalloxide haben eine färbende Wirkung. Für ein schönes Blau verwendet man beispielsweise Cobalt, für Grün Chromoxid. Eisen oder Mangan ergeben eine rötlich-bräunliche Färbung. Bei reduzierter Temperatur können mit Eisen auch graublaue Farbtöne erreicht werden.

Keramikglasur als Kunst

Der künstlerische Aspekt der Glasur darf bei der Keramikproduktion natürlich nicht unberücksichtigt gelassen werden. Er ist gerade in der Geschichte der Keramik ein wesentlicher Faktor für die Anerkennung der Keramiker als Künstler. Und auch heute noch bezieht sich ein Großteil der keramischen Kunsthandwerker auf die Bemalung und Glasur der Keramik.

Dabei spielt die Glasur jedoch längst nicht nur im künstlerischen Bereich eine Rolle. Bei Hochspannungsisolatoren beispielsweise hat sich die Glasur bestens bewährt. Dieses Elektroporzellan gewinnt durch die Glasur eine glattere Oberfläche, was Verschmutzungen vorbeugt. Ein weiterer positiver Effekt ist die Verringerung von Kriechströmen. Dieser Effekt ergibt sich durch die Veränderung der Oberfläche des Keramikmaterials in Bezug auf die chemische Zusammensetzung. Hierdurch wird die Leitfähigkeit verringert und eine Wasseraufnahme entfällt. Schließlich wird durch die Glasur auch die Festigkeit des Isolators deutlich erhöht.

Nachteile dieser Glasur sind kaum zu finden. Allerdings muss man bei Glasuren, die ein mehrfaches Brennen erforderlich machen, natürlich auch den Umweltaspekt (Energieverbrauch) und die damit verbundenen höheren Stromkosten berücksichtigen. Weiterhin können bunte Glasuren, die nur bei niedriger Temperatur gebrannt wurden, bei der Nutzung der Keramikgegenstände noch giftige Substanzen, hier vor allem Schwermetalle, abgeben. Berücksichtigt man jedoch eine Brenntemperatur von mindestens 1.450 °C beim Sintern (Glattbrennen) so kann dieses Risiko nicht auftreten.