Kachelöfen können auch mit Kohle beheizt werden

Auch beachtenswert ist die Entwicklung der Heizeinsätze in einem Kachelofen. Im 19. Jahrhundert begann das Aufkommen der Kohle und schlug sich in Veränderungen der Kachelofenkostruktionen bleibend nieder. Dies bedeutete, dass inzwischen die Feuertür durchaus kleiner sein durfte und somit das sogenannte Glutbett weitaus länger vorhielt. Hierdurch war ein direkter Wärmekontakt mit einer bis hierhin üblichen großen Masse an speichernder Keramik nicht mehr notwendig war.

Im Laufe der Jahre durchlief der Kachelofen wieder einige Entwicklungsstufen. Später waren mit Schamotte ausgekleidete und gusseiserne Heizeinsätze üblich, die die bisher üblichen Feuerungsbauteile, wie zum Beispiel den Rost, Aschekasten und die Ofentüren, enthielten. Diese waren revisionsfähig. Die Feuerungen ließen sich reparieren und der Aufwand hierfür war nicht mehr so groß wie in der Vergangenheit. Vormals mussten die ganzen Kachelöfen hierfür ausgebaut werden. Durch die konvektive Luftkühlung wurden die Heizeinsätze abgekühlt. Durch diese Luft wurde zudem eine enorme Erhöhung des Raumheizvermögens erzielt. Durch diese Entdeckungen und Entwicklungen entstanden schließlich die ersten bekannten Warmluft-Kachelöfen, die die Räume innerhalb kurzer Zeit beheizen konnten.

Zudem speicherten sie innerhalb der weiterhin beliebten Kachel-Umbauung noch immer Wärme. Mittels Jalousien konnten die Menschen die Wärme an ihren individuellen Wärmebedarf anpassen, diese auch in andere Räume oder sogar Stockwerke führen und selbst Einfluss auf die gezielte Wärmeverteilung nehmen.

Aber auch das Design der Kachelöfen unterlag dem Wandel der Zeit und den auf die Kunst Einfluss nehmenden Epochen. Allein im Laufe der letzten Jahrzehnte ist ein grundlegender Wandel im Design des Kachelofens erkennbar. Haben die Kachelöfen in den 1970er Jahren noch ihrem Namen alle Ehre gemacht, weil sie nahezu vollständig mit Kacheln versehen waren, wandten sich die Menschen in den 1980er und 1990er Jahren immer mehr von den klassischen Ofenkacheln ab.

Die Mode aus der Zeit waren verputzte Flächen mit Simskacheln und ggf. einigen Zierelementen aus Keramik. Von diesem Trend wurde derzeit das Ofendesign dominiert und lässt sich heute noch in vielen Häusern finden. Zudem waren viele Abstufungen und versetzte Ebenen sehr beliebt.