Ist ein Kamin finanziell wirklich lohnenswert?

Durch die ständig steigenden Energiekosten ist der Ofen als Zusatzheizung gefragter denn je. Doch lohnt sich ein Ofen aus finanzieller Sicht wirklich?

Ein Deko-Kamin sieht zwar schön aus, besitzt aber nur geringfügige Heizleistung

Bei einem Kamin ohne Heizfunktion ist da zunächst die Frage natürlich schnell beantwortet. Ein Dekokamin, welcher meist mit Bio-Ethanol betrieben wird, lohnt sich in finanzieller Hinsicht natürlich nicht. Schließlich stehen hier Kosten und Energieverbrauch keinerlei “Heizwert” gegenüber, sodass man hier keine Verrechnung vornehmen kann.

Ähnlich sieht es fast aus, wenn man einen Kaminofen, eventuell mit offenem Feuer, nur gelegentlich für einen schönen Kaminabend nutzen möchte. Zwar wird an diesem Tag sicherlich die Heizung im Zimmer nicht noch zusätzlich genutzt, doch muss man natürlich auch berücksichtigen, dass der Rest des Hauses in der Regel über die normale Wärmequelle beheizt wird. Zudem sind hier auch der Betrieb und die Wartung von gleich zwei Anlagen, nämlich der Hauptheizungsanlage sowie dem Kaminofen, zu berücksichtigen. Auch die Anschaffung darf natürlich nicht vergessen werden. Finanziell rentiert sich daher ein solcher Kamin eher nicht.

Holzbefeuerung im Haus und Nebenkosten einsparen

Etwas anders sieht es dagegen aus, wenn man sich dazu entschließt, sein Haus komplett über den Kaminofen zu beheizen. Dann kann man durchaus von den vergleichsweise günstigen Preisen, insbesondere für regenerative Brennstoffe, wie Holz oder Pellets, profitieren. Die Kosten für das Brennmaterial liegen dann rund 50 Prozent unterhalb derer für beispielsweise Öl oder Gas. Gerade bei einer Holzheizung muss man aber natürlich auch den Aufwand mit einkalkulieren, der mit der Beschaffung und Lagerung sowie der Zuführung des Brennmaterials in den Brennraum verbunden ist. Ein vollautomatischer Ablauf ist bei Holzpellets da bereits möglich und in der Regel rentiert sich die Anschaffung einer Pelletheizung damit nach einigen Nutzungsjahren. Bei Holzpellets muss man allerdings noch berücksichtigen, dass diese natürlich nicht im gesamten Bundesgebiet gleich gut verfügbar sind. Wohnt man nicht in der Nähe der Produzenten, so müssen unter Umständen auch die Transportkosten mit einkalkuliert werden.

Wie sich die Kosten für Anschaffung und Betrieb von Kaminen in den folgenden Jahren gestalten werden, kann man derzeit nur vermuten. Es ist abzusehen, dass Brennmaterial, insbesondere nicht regenerative Stoffe, zukünftig eher teurer als günstiger werden. Dies gilt aber natürlich für alle Stoffe auf Grund der zunehmenden Energieknappheit. Aus diesem Grund ist es überaus sinnvoll, sich nicht nur mit den Kosten für den Kamin auseinanderzusetzen, sondern auch für eine möglichst gute Dämmung im Haus zu sorgen, sodass Energie zielgerichtet eingesetzt werden kann. Außerdem bestehen heute schon unterschiedliche Möglichkeiten, Heizanlagen mit Solarzellen zu verbinden, um so zusätzliche Sonnenenergie zu gewinnen und Heizmaterial einzusparen.