Gut überlegt ist schon halb gekauft – was beim Kauf eines Kamins zu beachten ist

Wer über den Kauf eines Kamins nachdenkt, dem sollte klar sein, dass damit eine langfristige Entscheidung verbunden ist. Wenn man bei der Wahl des Kamins einige Punkte beachtet, dann ist das eine Investition, die sich auf lange Sicht auszahlen kann. Die erste Überlegung, die ansteht, ist die Entscheidung, um welche Feuerstätte es sich handeln soll. Damit sollte man sich folgende Punkte genau überlegen. Erstens ist zu bedenken, ob man den Kamin lediglich als Dekorationselement in seiner Wohnung installieren soll oder ob der Kamin die Zentralheizung unterstützen und in der Übergangszeit vielleicht ganz den Zweck einer Heizung übernehmen soll.

Nur für die Übergangszeit oder zur Ergänzung der Zentralheizung – es kommt immer auf die Heizleistung an

Die zweite Überlegung betrifft die Quadratmeter, beziehungsweise die Anzahl der Räume, die geheizt werden sollen. Die dritte Überlegung ist die, ob der Kamin an die bestehende Zentralheizung angeschlossen werden soll. All diese Fragen sind maßgeblich dafür, für welchen Kamin man sich entscheidet, da jedes Konzept eine andere Lösung für die Art des Ofens und den damit verbundenen Einbau erfordert. Hat man eine Antwort auf diese Fragen gefunden und sich für eine Kaminart entschieden, dann wird es Zeit, zum ersten Mal den Schornsteinfeger zu Rate zu ziehen. Der Schornsteinfeger ist zuständig für die Abnahme der Feuerstätte und kann viele wertvolle Tipps geben.

Beraten lassen ist das A und O vor dem Kauf eines Kamins

Zunächst einmal wird der Schornsteinfeger überprüfen, in welchem Zustand der Schornstein ist. So können zum Beispiel bei alten und gemauerten Schornsteinen Sanierungsmaßnahmen notwendig sein, bevor überhaupt ein Kamin angeschlossen werden kann. Außerdem weist der Schornsteinfeger auch darauf hin, ob der geplante Kamin und der Schornstein kompatibel sind, da moderne Kamine einen hohen Wirkungsgrad und eine niedrige Rauchgastemperatur haben. Doch für diese modernen Kamine sind die alten gemauerten Schornsteine nicht zulässig. Das liegt daran, dass die Rauchgase am Schornsteinkopf sehr oft den Taupunkt erreichen. Dann bilden sich Kondenswasser und aggressive Säuren, was sehr oft zur Versottung des Schornsteins führt. Sollte dies der Fall sein, so kann man einen Fertigteilschornstein oder einen Edelstahlschornstein errichten lassen, der unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist. Sollte ein gemauerter Schornstein vorhanden sein, denn kann dieser mit einem Rohr aus Edelstahl, beziehungsweise einem Rohr aus Keramik, ausgekleidet werden, ohne dass ein Abriss notwendig ist. Der Anschluss des Schornsteins sollte mit einem doppelwandigen Wandfutter installiert werden.

Nennwärmeleistung – was ist das eigentlich?

Auf jeden Fall sollte man beim Kauf eines Kaminofens auch auf die Nennwärmleistung achten. Diese Kennziffer wird vom Schornsteinfeger auf der Basis mehrerer Parameter errechnet. Die Nennwärmleistung steht im Zusammenhang mit dem Raumheizvermögen. Dabei ist vor allem die optimale Dimensionierung des Kamins von Bedeutung. Hat der Kamin eine zu hohe Wärmeleistung, muss man ihn ständig drosseln. Dabei kann es passieren, dass das Holz bei Sauerstoffmangel nicht richtig verbrennt. Auf diesem Weg können schädliche Emissionen entstehen und es bilden sich vermehrt Rußablagerungen am Kamin.

Eine zu niedrige Nennwärmeleistung hingegen hat zur Folge, dass der Wohnraum nicht richtig erwärmt wird. Dabei kommt es oft zu Überlastungen, um die richtige Wärmeleistung zu erzielen, die wiederum den Kamin beschädigen. Man kann sich nach der Faustregel richten, dass pro kW Nennwärmeleistung circa zwanzig Quadratmeter Wohnraum geheizt werden können. Allerdings muss hierbei noch die Wärmedämmung, die Gebäudeart, die zu beheizende Wohnfläche und die Größe des Aufstellungsraumes berücksichtigt werden.

Für die Verbrennung von Holz wird Sauerstoff benötigt. Während des Betriebs verbraucht ein Kamin Sauerstoff in großen Mengen, die durch zusätzliche Maßnahmen, vor allem bei modernen und gut gedämmten Häusern, gesichert sein muss. Viele Kaminöfen sind mit einer externen Verbrennungsluftzufuhr ausgerüstet. Dabei wird der Sauerstoff dem Kamin aus dem Außenbereich zugeführt. Zum Beispiel ist es eine Möglichkeit, die Frischluft aus dem Keller zu zuführen. Allerdings ist der Anschluss des Ofens an einen sogenannten Luft-Abgas-Schornstein, die Variante, die empfehlenswerter ist. Das ist ein spezieller Schornstein, der einen separaten Zug für die Zufuhr von Verbrennungsluft hat.

Mit welchem Brennstoff möchte der Kamin gefüttert werden?

Schon bei der Wahl der Art des Brennstoffes stößt man schnell an Grenzen, welchen Kamin man wählen kann. Ein Großteil der Kamine eignet sich für Holz, beziehungsweise Holzbriketts. Allerdings gibt es auch noch Kamine, die mit Koks oder Kohlebriketts heizen. Der Kamin muss dann aber speziell für diese Brennstoffe zugelassen sein. Möchte man sich einen solchen Kaminofen neu anschaffen, so ist die Auswahl sehr begrenzt, weil der Einsatz dieser fossilen Brennstoffe sehr nachgelassen hat. Mittlerweile gibt es auch Kombiöfen, die man sowohl mit Pellets, als auch mit Holz befeuern kann.

Ein Kamin muss immer auf einer nicht brennbaren Unterlage aufgestellt werden. Steinzeugfliesen eignen sich ziemlich gut als Unterlage und zusätzlich eignet sich eine Funkenplatte aus Metall oder Glas, um gleich doppelt Brandgefahren auszuweichen. Ein Heizkamin hat ein hohes Gewicht. Hier sollte man vor der Aufstellung den Fußboden auf Belastbarkeit prüfen. Manchmal ist eine Betonplatte für die Gewichtsverteilung notwendig.

Kamine sind heutzutage sehr beliebt, weil man dadurch viele Heizkosten sparen kann. Doch die Auswahl eines Kamins wird einerseits durch die verschiedenen Kamine erschwert und andererseits auch durch die damit verbundenen Kosten. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vor allem davon ab, für welchen Kamin man sich entscheidet.