Ein bisschen Physik steckt in jedem Ofen

Um bewusst mit dieser Thematik umzugehen, ist es auch wichtig, dass sich die Verbraucher mit einigen physikalischen Grundlagen auskennen. Diese sollten zumindest grob umrissen werden, damit ein besseres Verständnis für die Anwendung und den Betrieb, sowie die möglichen Folgen eines unachtsamen Verhaltens, besteht und die Sicherheit eher gewährleistet werden kann.
Der Brennstoff Holz ist der, der in den meisten Haushalten genutzt wird. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Verbrennung von Holz zu einem Großteil gasförmig in langen Flammen und bei einer hohen, sogenannten momentanen, Heizleistung erfolgt.

Bereits bei ca. 80°C wandelt sich das ursprüngliche Holz zu Gas um. Gefährlich wird es erst, wenn (auch aus Unachtsamkeit) der Versuch unternommen wird, diese Verbrennung oder auch die Umwandlung zu stoppen. Dies ist nicht möglich. Im Gegenteil, brennt das Gas bei seiner Entstehung nicht vollständig ab, so ist davon auszugehen, dass dieser Umstand zu der zuvor beschriebenen unvollständigen Verbrennung führen wird.
Es ist zudem nicht möglich, einen Abbrand zu verzögern und dadurch einen sogenannten Dauerbrand zu erzeugen, wenn eine Scheitholzfeuerung oder auch eine einfache Holzfeuerung in einem Ofen erfolgt. Auch in Öfen ohne Speichermassen wird oftmals der Versuch unternommen, den Abbrand des Holzes zu verzögern. Hierfür drosseln viele Menschen die Verbrennungsluft sehr stark. Diese Handlungen haben schwerwiegende Folgen für die genutzten Anlagen, aber auch die Schornsteine und vor allem die Umwelt.

Traditionell wurde der Kachelofen als Speicherofen genutzt. Auch heute ist dies der hauptsächliche Zweck, für den er genutzt wird. Er nimmt die momentane und sehr hohe Holzleistung des Feuers aus dem Brennstoff Holz auf und gibt sie verzögert und dosiert an den Wohnraum ab. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er mit den erforderlichen Speichermöglichkeiten ausgestattet wurde. Dies wurde bereits hinlänglich erörtert. Als Beispiel dienen die Erläuterungen über den Grundofen oder auch die Kachelofen-Kunst. Erklärt wurde zum Beispiel, dass die Kacheln, die Größe der Fläche für diese und auch die genutzten Materialien und die Art des Baus eine wesentliche Rolle für die Speicherkapazität des Kamins darstellen.

Hinsichtlich der Betriebskosten ist zu erwähnen, dass dies sehr viel mit dem Brennstoff zu tun hat, der verwendet werden soll. Die wichtigste Regel ist die, dass das Holz unbedingt vollständig getrocknet sein muss. Sollte dies nicht der Fall sein, so könnte dies erhebliche Folgeschäden mit sich bringen. Möglich ist zum Beispiel, dass eine starke Rußentwicklung sich einstellt, die die Anlage schädigen könnte. Der unangenehme Qualm hat aber zudem auch nicht unerhebliche Folgen für die Umwelt. Zudem kann manch Holzart weitaus effektiver sein als eine andere. Buche erbringt zum Beispiel weitaus mehr Leistung als Fichtenholz. Hierbei sollten der Nutzen und die Anschaffungskosten kalkuliert werden, die für den Brennstoff Holz anfallen würden.