Ein bisschen Physik in Sachen Marmor

Marmore sind ganz allgemein gesprochen metamorphe oder metamorphosierte Kalksteine oder Dolomite. Es gibt auch Mischungen aus Kalksteinen und Dolomiten, die ein körnig-kristallines Gefüge haben. Metamorphe Gesteinsarten werden unter hohen Drücken und Temperaturen umgewandelt. Im alltäglichen Sprachgebrauch bezeichnet man mit dem Begriff Marmor normale, dichte und farbige Kalksteine, die man schleifen und polieren kann. Diese Kalksteine werden jedoch ganz anders gebildet als echter Marmor. Außerdem hat echter Marmor ganz andere Gefügeeigenschaften und eine andere Beständigkeit. Zum echten Marmor, der durch Metamorphose entsteht, zählt zum Beispiel der Carrara Marmor. In der Metamorphose wird die dichte und regelmäßige Kalksteinstruktur umgewandelt, bis eine gleichmäßige mittel- feinkörnige Struktur entsteht. Durch diese Umwandlung ändert sich aber die chemische Zusammensetzung nicht, so dass Marmor chemisch gesehen, zu den Carbonatgesteinen zählt.

Die Farbgebung von Marmor

Marmore sind dabei aber heller als die Kalksteine und weisen eine glitzernde Bruchstelle auf. Marmor hat sehr oft eine helle Grundfarbe und eine dunkle Äderung, die mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Von der technischen Seite her kann man Marmor sehr gut mit Kalkstein vergleichen. Vergleichbar ist Marmor auch in der Anwendung mit Kalkstein. Marmor kann nicht für stark frequentierte Flächen verwendet werden und Marmor ist nicht frostsicher. Außerdem ist bei der Verarbeitung darauf zu achten, dass ein schnell abbindendes Verlegesystem benutzt wird.

Vorkommen von Marmor

Die besten Vorkommen an Marmor gibt es in Italien und Griechenland. Weitere Vorkommen finden sich unter anderem im Fichtelgebirge, im Erzgebirge, in Österreich, in Böhmen, in der Türkei, in Portugal, in Namibia, in Rumänien und in Norwegen. Marmor, als kaum verunreinigter Kalk, erhält seine Färbung durch Metalloxide. Marmor besteht zumeist aus 80 Prozent Calcit. Weitere Bestandteile können sein Glimmer, Graphit und Phengit. Diese weiteren Bestandteile treten in verschiedenen Zusammensetzungen auf. Die chemische Formel für Marmor ist CaCO3.

Schon im antiken Griechenland wurde Marmor von den Bildhauern benutzt. Daran hat sich bis heute wenig geändert, auch heute ist Marmor der Werkstoff, der in der Bildhauerei am häufigsten verwendet wird. Auch in Rom entdeckte man schon früh die Bedeutung von Marmor als Bauwerkstoff. Die Römer errichteten viele Tempel, Gebäude und Skulpturen aus Marmor. Im weltberühmten Kolloseum zum Beispiel waren alle Treppen und die Sitze aus Marmor angefertigt worden. Auch heute noch findet Marmor ein breit gefächertes Anwendungsgebiet. Man findet Marmor als Bodenbelag, Wandplatte, als Treppenstufe und vieles mehr.

Heute unterscheidet man zwischen Marmor und Dolomitmarmor. Hinter dem Begriff Dolomitmarmor verbirgt sich ein Gestein, das durch Metamorphose von Dolomiten entstanden ist. Auch das Dolomitgestein gehört zu den Carbonaten und besteht zu 90 Prozent aus dem Mineral Dolomit. Für einen Laien ist es nahezu unmöglich, den Unterschied zwischen Marmor und Dolomitmarmor zu erkennen. Obwohl der Dolomitmarmor technisch gesehen etwas höherwertiger ist, wird er genauso wie andere Marmorsorten behandelt und gepflegt.