Die Verwendung von Marmor

In der griechischen Antike wurden vor allem Bauwerke und Plastiken aus Marmor angefertigt. So sind zum Beispiel die Akropolis, der Pergamonaltar und die Venus von Milo aus griechischem Marmor angefertigt wurden. Im antiken Rom gab es so genannte Ehrenstatuen aus Marmor. Diese Statuen waren allerdings nur den Göttern und dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten. Für das Bürgertum gab es Statuen aus Bronze. Lediglich in ihren Privaträumen und an ihrem Grab konnten Bürgerliche Mamorstatuen von sich aufstellen lassen. Auch in der italienischen Renaissance wurden unzählige Kunstwerke aus Marmor angefertigt. So besteht zum Beispiel der David von Michelangelo aus Carrara Marmor.
Da Marmor von großer kunsthistorischer Bedeutung ist und sehr spezielle Materialeigenschaften aufweist, ist die Konservierung von Marmor sogar ein eigenes Forschungsfeld.

Marmor – optimal für den Innenausbau

Heute ist Marmor vor allem für den Innenausbau ein sehr gefragtes Material. Marmor findet man als Boden- und Treppenbelag, aber auch als Fliesen. Seine Bedeutung in der Bildhauerei hat sich seit der Antike nicht geändert. Bildhauer benutzen vor allem den Carrara Marmor. Wenn Marmor unbehandelt ist, dann ist er sehr empfindlich gegenüber Säuren, wie zum Beispiel Essig oder Zitrusfrüchten. Das ist der Grund, warum unbehandelter Marmor nicht in Küchen, zum Beispiel als Arbeitsplatte, verwendet wird, denn durch die Säuren könnten sich Flecken auf dem Marmor bilden. Doch auch die Mittel zum Fleckenschutz sind nicht ganz unumstritten. Dolomitmarmor zeigt hier eine größere Resistenz gegen Säuren als Calcitmarmor.

Fassadenplatten aus Naturstein werden seit Mitte der sechziger Jahre vor der Wärmeisolierung verankert. An vielen der Gebäuden, bei dem diese Fassadenplatten eingebaut waren, kam es zu einer Verbiegung der Marmorplatten. Das führte zu erheblichen Problemen in der Statik bei den Gebäuden, die mit Marmor verkleidet waren. Ein Beispiel für so ein Gebäude ist das Aon Center in Chicago. Vor allem Feuchtigkeit und Verwitterungsprozesse waren für diese Verbiegungen verantwortlich. Durch die statistischen Probleme mussten ganze Fassaden ausgetauscht werden, was zu einem erheblichen Imageverlust des Marmors führte. Durch diesen Imageverlust wurde die Produktion von Marmor stark gedrosselt. Dieses Problem hätte vermieden werden können, wenn man sich die unterschiedlichen Eigenschaften verschiedener Marmorsorten näher angeschaut hätte, denn gerade nördlich der Alpen, wo Außenfassaden extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, ist eine Außenfassade aus Marmor wenig sinnvoll.

In den Mittelmeerländern gehört Marmor überall dazu

Im Gegensatz zu Deutschland werden in Frankreich oder in Italien Marmore sehr oft für Küchenarbeitsplatten, Waschbecken oder Sitzbänke verwendet. Marmor ist hier ein Material, welches häufig für Gebrauchsgegenstände im Innen- und Außenbereich verwendet wird. Wie es scheint, ist in diesen Ländern die Akzeptanz höher, dass sich an den Gebrauchsgegenständen schnell Abnutzungserscheinungen zeigen. Auch auf Marmorfußböden können sich mit der Zeit Laufzonen zeigen. Dieses Problem betrifft jedoch nicht nur Marmorfußböden, sondern alle Böden, die aus Carbonatmineralen bestehen.

Marmor – extrem saufgähig

Ebenfalls wird die hohe Saugfähigkeit von Marmor häufig als störende Begleiterscheinung empfunden. Die Saugfähigkeit ist hierbei abhängig von der Porosität des Marmors. Wenn man sich für das richtige Material entscheidet – es gibt nämlich Marmorsorten, die haben eine Saugfähigkeit, die unter einem Prozent liegt – dann kann man dieses Problem minimieren. Jedoch sind alle Marmore extrem empfindlich gegen sauren Regen und alle Arten von Säuren.

Es gibt sogar gerundete Marmorsteine, die man zur Herstellung von Steinteppichen verwendet. Marmor, als feines Pulver, wird weiterhin als Scheuermittel in Zahnpasta oder als Grundierung in der Tafelmalerei benutzt. Um diese Industriezweige zu beliefern, gibt es extra Steinbrüche, in denen Marmor für diese Zwecke abgebaut wird.