Die unterschiedlichen Bauformen eines Kachelofens

Auch die unterschiedlichen Bauformen des Kachelofens sind durchaus interessant. Die bekanntesten Grundformen des Kachelofens sind der Grundofen, der Kombiofen sowie der Warmluftofen. Als Sonderformen sind die Warmluftzentralheizung, der Hypokaustenofen und die sogenannte Kachelkunst zu bezeichnen.

Bei dem Grundofen handelt es sich um eine handwerklich erstellte Anlage, die vor Ort erbaut wurde. Sie besteht aus einem Brennraum und keramischen Heizzügen, die nachgeschaltet wurden. In der Bauart sind drei Varianten bekannt, die sich nach ihrer Speichermaße unterscheiden lassen. Hierbei handelt es sich um die leichte, die mittlere und die schwere Bauart. Bei dem Grundofen handelt es sich um einen sogenannten Zeitbrandofen, bei dem der Brennstoff, in der Regel Holz, innerhalb einer bestimmten Zeit abgebrannt und die im Abbrand entstandene Wärme im Schamottestein gespeichert wird. Nach und nach wird die gespeicherte Wärme dann über die Oberfläche des Kachelofens abgegeben. Als Nachheizzeit wird das Auflegen des Brennstoffes bezeichnet. Diese liegt in der Regel bei acht, zwölf oder auch vierundzwanzig Stunden und orientiert sich an der Wärmespeicherkapazität des Grundofens. Je nach Konstruktion ist auch eine Feuerung ohne Rost möglich. Hierbei kann allerdings nur Holz als Brennstoff genutzt werden.

Der Warmluftkachelofen kann in seiner Funktion der des Prinzips der Konvektionsheizung zugeordnet werden. Die kalte Raumluft strömt ins Innere des Kachelofens. Dies ist möglich durch die untere Öffnung, die sich meist als Rundbogen im Sockel darstellt. Die Luft wird an den erhitzten Eisenteilen erwärmt und als warme Luft wieder an den Raum abgegeben. Mittels sogenannter Warmluftkanäle kann diese warme Luft an angrenzende Räume oder auch oberhalb liegende Etagen geleitet werden. Ca. 60 bis 80 Prozent hiervon wird als abgegebene Wärme bezeichnet, während der Rest als sogenannte Strahlungswärme über den Kachelofen abgegeben wird. Der wesentliche Vorteil des Kachelofens ist, dass er schnell und wirtschaftlich sinnvoll die Wärme abgibt.

Bei einem Kombi-Kachelofen handelt es sich um eine Mischung aus einem Konvektionsofen, dem Heizeinsatz, und einem Strahlungsofen, der gemauerte Züge beinhaltet. Derzeit erscheint dies als beste Ofenanlage, da bei Bedarf ein austauschbarer Heizeinsatz mit moderner Verbrennungstechnik eingebaut werden kann. Hierbei handelt es sich um die raumluftunabhängige Verbrennungsluftzufuhr und Sonderarten für andere Brennstoffarten, wie zum Beispiel Pellets, Öl, Briketts oder auch Gas. Entlang der Ofenwand werden die gemauerten Züge geleitet. Hierdurch wird ein hoher und zudem möglichst gleichmäßiger Wärmeanteil an den Raum abgegeben. Ein weiterer und wesentlicher Vorteil ist die zeitnahe Wärmeabgabe des Heizeinsatzes. Dies dauert ca. 15 bis 20 Minuten. Die Speicherzeit des keramischen Zugs spricht ebenfalls für sich. Sie beträgt zwischen sechs und zwölf Stunden.
Dem Funktionsprinzip des Warmluftofens entspricht das des Heizkamins.