Die Sparsamkeit des 17. Jahrhunderts machte auch nicht vorm Kachelofen halt

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts begann das Zeitalter der Aufklärung und der Experimente. Im Zuge dessen beschäftigte man sich ebenfalls mit Möglichkeiten einer energieeffizienteren und sparsameren Heiztechnik, der wohl Friedrich der Große mit seinem Wettbewerb zum Thema Holzsparöfen die Krone aufsetzte. Hierunter waren auch Vorschläge über Ofenlösungen, die sich über zwei Geschosse eines Wohnhauses erstreckten. Allerdings war es erst mit dem direkten Anschluss eines Schornsteines möglich, Rauchgaszüge in Kachelöfen zu integrieren. Im Laufe der Jahre stiegen die Erfahrungswerte an, mit dem Unterdruck umzugehen, der im Schornstein und in der Feuerstätte entstand. Hierdurch wurden fallende Züge, sogenannte Sturzzüge, und andere Zugformen erst möglich.

Allerdings lässt sich die interessante und auch einschneidende Entwicklung zeitlich nicht genau einordnen. Zum Beispiel wurden in der Region des Schwarzwaldes noch bis ins 20. Jahrhundert hinein offene Kamine ohne Schornsteinanschluss betrieben. Die neueren Öfen hingegen wurden durch die erzielten Umlenkungen und auch die Abkühlung der Heizgase innerhalb der Züge Ersparungen erzielt. Hierdurch sind die Öfen als effektiv zu bezeichnen, was dem Umstand sehr entgegenkam, dass der Brennstoff Holz durch die Abholzungen knapper wurde. Der Rost, der Aschekasten und auch die gezielte Verbrennungsluftführung waren inzwischen durchaus üblich und kaum mehr wegzudenken.