Die Kachelkunst – ein ganz eigenes Kapitel

Die Kachelkunst wird auch als Chust bezeichnet. Traditionell beheimatet ist sie in der Schweiz und im Schwarzwald. Zu erwähnen ist, dass der genaue Ursprung nicht ganz bekannt ist. Von der Entwicklung des Herdes hängt auch die der Kunst ab. Wurde ursprünglich über dem offenen Feuer gekocht. Über diesem befand sich die Esse. In einigen Fällen war darüber auch nichts zu finden.

Daneben war das Feuerloch zu erkennen von dem mit einem Backgewölbe ausgestatteten Stubenofen. Als sich vor ca. 200 Jahren die Nutzung des Schornsteins nach und nach durchzusetzen begann, bekam der Herd eine Herdplatte aus Eisen und der Kachelofen wurde mit einem Anschluss für den Schornstein ausgestattet. Waren Essen vorhanden, wurden diese geschlossen nach unten verlängert und als Schornsteine verwendet.

In die sogenannte Stube wurde daraufhin die Kunst eingebaut, die auch Chust oder Chouscht genannt wird. Sie wurde am Kachelofen an den eigenen Heizgaszug angebaut. Ziel war es, dass die Abgase des Herdes optimal abgeleitet werden konnten. Bei der damaligen Kunst hat es sich in einigen Fällen um eine zweistöckige Sitzbank gehandelt, die mit Sandstein abgedeckt wurde. Ein Fortschritt war, dass sie unabhängig vom Kachelofen beheizt werden konnte.

In der Historik sind sehr hohe Kunst-Sitzbänke vorzufinden. Das liegt daran, dass die Menschen sich damals nicht zugetraut haben, die Abgase nach unten abzuleiten. Zudem ist erkennbar, dass die Herde in der damaligen Zeit noch sehr niedrig gewesen sind. Damit die Menschen auf den hohen Bänken sitzen konnten, haben sie sich ein kleines Kunst-Bänkchen zur Hilfe genommen, dass aus Holz gefertigt wurde. Dies hat als Aufstiegshilfe gedient und wurde zudem als Abstellplatz für die Füße verwendet, damit das bequeme Sitzen auf der Kunstbank möglich war.

In der heutigen Zeit sind die Kachelkünste vom Kachelofen unabhängig und sind als eigenständige Heizsysteme zu betrachten. Diese sind äußerst effizient. Zu begründen ist das darin, dass sie das Heizen und das Kochen miteinander verbinden. Sehr häufig sind sie in der Schweiz und im südlichen Raum Baden-Württembergs zu entdecken.