Die Feinstaubbelastung beim Kachelofen – wirklich ein Thema?

Betrachtet werden sollte allerdings auch, ob der Kachelofen negative oder positive Auswirkungen auf die Umwelt hat. Sehr nah am Puls der Zeit ist das Thema Feinstaub. Unter anderem wird dieser auch durch Holzfeuerungen produziert. Somit entsteht er auch durch die Benutzung von Kachelöfen. Zum Beispiel stammen in der Schweiz etwa acht Prozent der dort gemessenen Feinstaub-Emissionen von Holzfeuerungen. Von Kachelöfen werden hiervon ca. zwölf Prozent produziert. In Deutschland gibt es zum Thema Feinstaubbelastungen bei Öfen einen gesetzlich definierten Grenzwert, der nicht überschritten werden darf.

Die Feinstaubbelastung innerhalb des Kachelofens lässt sich zudem gliedern. Durch die unvollständige Verbrennung im Kachelofen entstehen Ruß und polyzyklische aromatische Verbindungen. Auch bei vollständiger Verbrennung entstehen Salze zum Teil als Flugasche. Ursachen für unvollständige Verbrennungen im Kachelofen können zum Beispiel das Abstoppen der Zündfähigkeit der Abgase innerhalb der sogenannten Anheizphase sind. Dies geschieht dann, wenn Bauteile zu schnell Wärme entziehen oder aber durch kalte Verbrennungsluft. Hierfür könnten moderne Kachelofeneinsätze oder Grundofenfeuerungssysteme mit Verbrennungsluft-Vorwärmung und Nachverbrennungszonen als Lösung dienen. Eine weitere Ursache könnte eine ungenügende Luftzuführung durch Bedien- oder Anlagenfehler sein. Der Problembereich könnte in diesem Fall das Heizen mit Holz ohne ein geeignetes Speichermedium sein.

Im Kachelofen selbst sind Salze eher ein geringes Problem. Bei den vorherrschenden Betriebsbedingungen im Kachelofen verklumpen sie zu makroskopischen Stäuben oder auch Flugasche. Hierdurch sind sie nicht dem Feinstaub zuzuordnen und können zum größten Teil auch keine Lungenschäden am Menschen verursachen. Eine dauerhafte Aufklärungsarbeit erfordert hingegen das Thema Hausmüllverbrennung im Kachelofen. Viele Menschen verdrängen die Tatsache, dass dies eine strafbare Handlung ist. Zudem ist den meisten Leuten nicht bekannt, dass der Bezirksschornsteinfeger berechtigt ist, Rußproben zu entnehmen. Hierdurch kann nachgewiesen werden, ob unzulässige Brennstoffe verwendet wurden.
Nicht zu lösen ist allerdings das Problem der Schwefelverbindungen. In der Höhe, wie diese in einem Kachelofen vorkommen, sind sie aber durchaus vertretbar.

Ein weiteres Problem stellt der Feinstaub durch die Staubversengung dar. Bei einem Warmluftkachelofen können zwei Bestandteile als wesentlich bezeichnet werden. Außen besteht er meist aus einer keramischen Umhüllung und innen aus einem gusseisernen Einsatz. Durch Holz, Heizöl, Kohle und Gasbefeuerung kann dieser auf 300°C und auch mehr erhitzt werden. Die Luft zwischen dem Einsatz und der Hülle zirkuliert. Sie erhitzt sich und steigt auf. Hinzu kommt, dass vom Fußboden die kalte Luft ständig abgezogen wird. Allerdings wird mit der Luft auch der Staub eingezogen, der sich in dem Raum befindet. Am heißen Einsatz des Kachelofens geschieht dann die Staubversengung. Hierbei handelt es sich um den Zerfall der großen Staubpartikel in eine Vielzahl kleinerer Staubpartikel. Diese haben zur Folge, dass der krebserregende Feinstaub entsteht, der sich unweigerlich in der Raumluft befinden wird.