Die Bedeutung des Rauchabzuges

Kein Kamin ohne Schornstein, das stimmt heute nicht mehr so ganz. Dekokamine können, wenn sie bestimmte Standards einhalten, heute auch ohne einen Anschluss an einen Schornstein betrieben werden. Doch für einen richtigen Kaminofen benötigt man einen Rauchabzug.

Die komplexe Einfachheit des Rauchabzugs

Mitunter ist es eine Wissenschaft für sich, den Schornstein zu einem korrekten Rauchabzug zu bekommen. Dabei sieht alles erst einmal ganz einfach aus. Man befestigt Rohre an der Rückseite oder der Oberseite des Ofens, führt sie zur Öffnung im Kaminschacht und schon kann der Rauch abziehen. Doch immer wieder kommt es hier zu Schwierigkeiten. So spielt beispielsweise der Querschnitt des Schornsteins eine wichtige Rolle. Enger als 15 x 15 Zentimeter darf er nicht sein, um einen guten Abzug nach oben zu gewährleisten. Doch auch ein zu großer Kaminschacht ist nicht hilfreich, da die warme Abluft nach oben steigt und sich aber auf ihrem Weg auch abkühlt. In einem zu großen Kamin drückt sich der erkaltende Rauch dann wieder nach unten. Sind an einem Schacht mehrere Öfen oder Kamine angeschlossen, so ist grundsätzlich ein breiterer Querschnitt erforderlich. Auch muss es sich bei den verwendeten Öfen dann um solche der Bauart 1 handeln. Diese Öfen sind geschlossen und verfügen über Türen, die sich automatisch wieder schließen. Würden sie aus Versehen offen stehen bleiben, so würde sich die Abluft des einen Kaminofens durch den anderen Ofen in den Raum drücken – fatal, wenn man dies nicht rechtzeitig bemerkt.

Zu schmale Schornsteine kann man oftmals nicht so umbauen, dass sie sich als Rauchabzug eignen. Bei zu breiten Zügen kann jedoch in der Regel durch den Einsatz eines schmaleren Stahlrohres aus V2A die Abluft wieder emporsteigen. Zieht ein Kamin nicht gut genug, so gibt es auch spezielle Kaminsteine, die auf den über dem Dach liegenden Kamin aufgesetzt werden. Diese haben seitliche Öffnungen, wodurch sich der Rauchabzug oftmals deutlich verbessern lässt. Auf vielen Kaminen finden sich außerdem Schutzbleche, die aufgesetzt werden, um das Eindringen von zu viel Regenwasser zu verhindern. Oftmals sind sie auch schon eine wirksame Hilfe gegen nistende Vögel.

Wann immer es Probleme mit dem Rauchabzug gibt, sollte der Schornsteinfeger der erste Ansprechpartner sein. Er hat ausreichende Erfahrungen auf diesem Gebiet und muss ohnehin den angeschlossenen Kamin abnehmen. Probleme können beispielsweise durch die oben angesprochenen, nistenden Vögel, insbesondere Dolen, entstehen. Dies kann schnell passieren, wenn der Schacht lange brach lag oder regelmäßig im Sommer nicht genutzt wird. Auch eine starke Verrußung kann dazu führen, dass die Abluft wieder nach unten gedrückt wird. Hier muss einerseits die Verschmutzung beseitigt werden, andererseits aber auch die Ursache gefunden werden, da in einem gut ziehenden Kaminschacht sich kein übermäßiger Ruß festsetzt.