Darstellung und Gewinnung von Eisen

Grundsätzlich geschieht die Gewinnung von Eisenerz im sogenannten Tagebau oder auch im Tiefbau. Hierfür ist auch die Bezeichnung Untertagebau bekannt. Es gibt aber auch Eisenerzlagerstätten, die offensichtlicher zutage treten. Hier ist die Gewinnung des Eisenerzes mit weniger Aufwand verbunden und kann im Tagebau durchgeführt werden. Auf diese einfachere Weise wird das Eisenerz in der heutigen Zeit hauptsächlich in Ländern, wie zum Beispiel Südamerika, hier Brasilien, in China und auch im Westen von Australien sowie in Osteuropa, hier die Ukraine, sowie in Kanada gewonnen, bzw. abgebaut.

Diese Stätten haben in den vergangenen Jahren Länder wie Deutschland, Schweden und Frankreich verdrängt. Sie galten bis zu dieser Zeit als die bedeutendsten Länder für die Erzgewinnung. In Deutschland wurde die letzte Grube für Eisenerz im Jahr 1987 geschlossen. Sie befand sich in der Oberpfalz.

Als sogenanntes Stückerz kann von diesen Erzen nur ein äußerst geringer Teil im Hochofen direkt nach der Gewinnung eingesetzt werden. Der überwiegende Teil der Erze wird zunächst in einer sogenannten Sinteranlage als Feinerz zu dem Endprodukt Sinter verarbeitet. Am Ende entstehen gesinterte Brocken, die grob sind. Erst auf diese Weise können sie optimal im Hochofen weiterverarbeitet werden. Die Feinen Körner würden die Luftzufuhr des Hochofens, in der Regel Wind, negativ beeinträchtigen.

Die groben Erzkörner werden zunächst gesintert und nach der Größe eingeteilt und sortiert. Hierfür werden die kleineren Erzkörner auf den sogenannten Wanderrost gebracht. Dies ist ein Rostförderband, das mit Gas unterfeuert wird und mit einem Motor angetrieben wird. Bei den Erzkörnern befinden sich Kalkzuschlagsstoffe. Durch die hohe Erhitzung werden die beförderten Stoffe angeschmolzen und gesintert. Das bedeutet, dass sie zusammenbacken. Das feine Erz wird zu einem Pulver gemahlen und anschließend mit Koksgrus, ein sehr feiner Koks, mit Kalkstein und auch mit Wasser sehr lange und aufwändig vermischt. Diese Mischung wird ebenfalls auf einen Wanderrost gegeben. Dieser Rost dient dazu, dass die Gase von der Mischung abgesaugt werden.

Oberhalb der Mischung wird entzündet. Eine sogenannte Brennfront bewegt sich nun von oben bis nach unten und schmilzt dabei die Mischung kurz an. Diesen Vorgang bezeichnet man als sintern. Interessant ist, dass ein Großteil der Erze zu sogenannten Pellets verarbeitet wird. Aus Erzen, Zuschlägen, Wasser und auch Bindemittel wird eine Mischung gefertigt, die auf den Pelletiertellern dann in Kugeln mit einem Durchmesser von etwa zehn bis ca. sechzehn Millimetern geformt wird. Auf einem Wanderrost mit einer Befeuerung aus Gas, werden diese Kugeln dann zu Pellets, indem sie gebrannt werden. Da die Sinter sich nicht gut zum Transport eignen, werden sie grundsätzlich in einem Hüttenwerk gefertigt. Aus diesem Grund werden die Pelletanlagen in der Regel nahe der Erzgruben errichtet und betrieben.