Baugenehmigung für den Bau eines Kamins – manchmal geht es nicht ohne

Wann immer an einem Gebäude eine bauliche Veränderung erfolgt, ist auch eine Baugenehmigung in der Regel erforderlich. Werden nicht allzu große Veränderungen vorgenommen, so kann mitunter auch eine entsprechende Deklaration ausreichend sein. Eine Voranfrage beim zuständigen Bauamt und eine Rücksprache mit dem Schornsteinfeger können hier oftmals Klarheit bringen, welche Genehmigungen genau erforderlich sind.

Bürokratische Irrwege – auch bei einer Baugenehmigung für Außenschornsteine

Wird ein bestehender Kamin nur durch ein innen liegendes Stahlrohr saniert, so ist hier keine spezielle Genehmigung erforderlich, da die Bausubstanz nicht verändert wird. Das nachträgliche Einziehen eines Kaminschachtes im Haus ist selten möglich. Wurde dies nicht von vornherein geplant, so ist es oftmals mit sehr viel Aufwand verbunden, da sich durch den Kaminbau auch die Statik des Hauses verändern würde. Oftmals ist es sinnvoller, einen außenliegenden Rauchabzug anzubauen. Doch wie es so oft in Deutschland ist, siegt auch diesbezüglich die Bürokratie und in manchen Bundesländern muss daher vor der Montage eines Edelstahlschornsteins eine Baugenehmigung eingeholt werden.

Berücksichtigen sollte man dabei, dass hier auch die Nachbarn ein gewisses Mitspracherecht haben. Wird der neue Kamin näher als drei Meter von ihrer Grundstücksgrenze entfernt gebaut, so ist ihre Zustimmung zu dem Bau erforderlich. Man tut also gut daran, freundschaftliche Nachbarschaftsverhältnisse zu pflegen, wenn der Kaminbau nicht an dieser Sache scheitern soll.

Hat man eine Baugenehmigung für einen Kaminneu- oder -umbau erhalten, so muss der Schornsteinfeger später eine Bescheinigung darüber ausstellen, dass die Errichtung ordnungsgemäß vorgenommen wurde.

Ohne Baugenehmigung kann die Montage eines Edelstahlschornsteins eine teure Sache werden

Wie man sieht, ist auch der Kaminbau mit zahlreichen Vorschriften und auch Genehmigungen behaftet. Dies soll natürlich in erster Linie der persönlichen Sicherheit dienen. Immer wieder kann man von Tragödien lesen, wenn aus Unwissenheit oder Kostengründen auf einen sicheren und ordnungsgemäßen Betrieb des Kaminofens keine Rücksicht genommen wurde. Man sollte aus diesem Grund sowohl den Schornsteinfeger als auch das Bauamt als Partner in Sachen Kaminbau betrachten und nicht davon ausgehen, dass etwaige Auflagen oder Verweigerungen von Genehmigungen ausgesprochen werden, um einem Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Der am Anfang vielleicht etwas höhere Aufwand macht sich in der Regel später durch einen sicheren und einwandfreien Betrieb des Kamins vielfach bezahlt. Teuer wird es außerdem fast immer nur dann, wenn man die Ratschläge nicht befolgt und seinen Kamin ohne Rücksprache mit den zuständigen Personen und Behörden plant. Umbaumaßnahmen sind oft teurer, als von Anfang an auf einen ordnungsgemäßen Aufbau zu achten.

Wer diesen Aufwand scheut, aber nicht ganz auf das Erlebnis Kamin verzichten will, der kann sich immer noch für ein Gerät entscheiden, welches ohne Rauchabzug betrieben werden darf. Diese sogenannten Dekokamine müssen bestimmte Richtwerte unterschreiten und weisen eine Tüvprüfung auf.